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Verein | Einbußen in Zeiten von Corona

von Torsten Kühl

Freyburg – Nicht nur Profiklubs, die auf TV-Gelder und Zuschauereinnahmen angewiesen sind, fahren während der Corona-Pandemie Verluste ein. Auch Vereine, die vor allem im breitensportlichen Bereich unterwegs sind, leiden unter den Folgen der Krise und den von der Politik verordneten Beschränkungen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der FC RSK Freyburg. Der Fußballclub sticht dahingehend aus dem Feld der kleinen Vereine heraus, als dass er im heimischen Jahnsportpark einen Kunstrasenplatz in Eigenregie betreibt. „Wir sind für alles selbst zuständig – von der Vermarktung bis zur Wartung“, berichtet Schatzmeisterin Tina Kirchhoff. „Mit der Vermietung des Platzes finanzieren wir zum Beispiel die spezielle Reinigung. Und da es wegen der Corona-Krise einige Stornierungen gab, die laufenden Kosten für Strom und Pflege aber weiter bezahlt werden müssen, kann man sich vorstellen, dass man da schnell in eine finanzielle Schieflage gerät.“

Tina Kirchhoff, die auch Geschäftsführerin des Clubs ist, muss zudem die fehlenden Einnahmen aus den geplatzten Heimspielen der RSK-Kicker ins Kalkül ziehen. „Die Eintrittsgelder gehen für die Schiedsrichterkosten drauf, aber die Einnahmen aus der Bewirtung des Publikums hätten wir schon gern gehabt“, so die Schatzmeisterin. „Die Versicherungen laufen ja weiter, zum Beispiel die bei der Arag, die vom Landessportbund vorgegeben wird und für uns Pflicht ist. Wir haben für unsere Spieler auch Zusatzversicherungen abgeschlossen, damit sie im Verletzungsfall – unter anderem durch Krankenhaus-Tagegeld – abgesichert sind. Zudem müssen die Unterhaltskosten für unsere Fahrzeuge beglichen werden.“ Da komme auf der Ausgabenseite allerhand zusammen, rechnet Tina Kirchhoff vor.

Insgesamt liegen die aktuellen Verluste des Vereins im vierstelligen Euro-Bereich. „Wir haben zwar keine Angestellten, regeln alles in ehrenamtlicher Tätigkeit, sind aber ein umsatzsteuer-pflichtiger Verein mit Sportlerheim-Gaststätte. Deshalb haben wir auch einen Antrag auf Corona-Soforthilfe gestellt“, berichtet die Geschäftsführerin des FC RSK, die alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen will.

Probleme hatte es in den vergangenen Monaten auch mit dem städtischen Rasenplatz im Jahnsportpark gegeben. Dieser war durch den Einbau von Sicherungsösen für Turngeräte so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass Fußballspielen darauf nicht mehr möglich war (Tageblatt/MZ berichtete). Nach einer Begehung mit Steffen Deibicht vom Fußball-Kreisfachverband wolle man nun dafür sorgen, dass nach der Corona-Krise wenigstens wieder der Trainingsbetrieb auf dem Rasenplatz stattfinden kann. „Wir holen derzeit Angebote von Firmen ein, damit wir zusammen mit der Kommune die obligatorische Frühjahrsherrichtung des Platzes im Sommer nachholen können“, erklärt Tina Kirchhoff. Wegen der Sperrung des Rasenplatzes war zuletzt der Kunstrasen noch mehr als sonst beansprucht worden.

Quelle: www.naumburger-tageblatt.de vom 23.04.2020
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