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30.12.2016
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30.12.2017

1. Männer | Kreisoberliga statt Landesklasse

In einer Sondersitzung am gestrigen Abend hat der Vorstand des FC RSK Freyburg die Weichen für die zukünftige Entwicklung der 1. Männermannschaft neu gestellt. Hintergrund ist die Regelung des Landesverbandes, nach der potenzielle Aufsteiger bis zum 1. April mitteilen müssen, ob sie im Falle einer Meisterschaft ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen oder nicht. “Trotz des derzeitigen Zehn-Punkte-Vorsprungs und damit bester Voraussetzungen für den Gewinn der Kreismeisterschaft haben wir uns entschieden, das Aufstiegsrecht zur Landesklasse im Falle eines Falles nicht wahrzunehmen”, sagte Vereinspräsident Thomas Postleb nach der Sitzung. Dies sei in enger Abstimmung mit Trainer und Mannschaft erfolgt und habe mehrere Gründe.

“Aus finanzieller Sicht wäre die Landesklasse ein Debakel”, erklärte Schatzmeisterin Tina Kirchhoff. Durch die weiteren Strecken steige die Kilometerleistung der Vereinsbusse, was die Kosten für die Versicherung sowie den Benzinverbrauch nahezu verdoppeln würde. Weniger Derbys bedeuten zudem weniger Zuschauer zu den Heimspielen, was ein weiteres Loch in die Kasse reißen würde.

Auch aus der Mannschaft kamen deutliche Signale, die gegen einen Aufstieg in die Landesklasse sprechen. “Ich vertrage seit einiger Zeit das Busfahren nicht mehr so gut”, klagte beispielsweise Top-Torjäger Jens Diener. “Je länger die Strecke, umso schlechter geht es mir. Auswärts wäre ich in der Landesklasse kaum in der Lage, nach einer langen Fahrt auf dem Platz zu stehen.”

Schwierig gestaltet sich auch die Integration der jungen Spieler. “Die meisten gehen aufs Gymnasium und sind es gewohnt, im Bus hinten zu sitzen. So viele Plätze haben wir aber in unseren Bussen nicht in der letzten Reihe”, sagte Mannschaftsleiter Andreas Oertel. “Ihr glaubt ja gar nicht, was ich mir die letzten Wochen schon immer anhören musste. Wenn noch mehr junge Spieler in den Männerbereich nachrücken, eskaliert die Lage völlig!”

Auch wenn einige Spieler und Vereinsmitglieder enttäuscht sind, reagierte der überwiegende Teil mit Verständnis. Nur ein Stadionsprecher, der nicht namentlich genannt werden möchte, ist stinksauer: “Ich wollte schon immer mal höherklassig sprechen. Diese Chance nimmt mir der Verein.” Ob er deswegen einen Wechsel anstrebe, ließ er jedoch offen.

April, April 😉

RN
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